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Seoi Nage to be or not to be?

Ich glaub kaum ein anderer Wurf ist insbesondere unter jungen Wettkämpfern so sehr beliebt, wie der Seoi Nage oder die hässliche Schwester auf den Knieen. Ich persönlich war nie ein Fan von diesem Wurf und habe ihn erst recht spät ihn in einer adaptieren Form in mein Handlungsrepertoire aufgenommen. Schon beim Üben stellte ich fest, dass meine untere Rückenmuskulatur einfach viel zu schwach für diesen Wurf ausgeprägt ist. Aber da bin ich nicht ganz alleine, immer wieder sieht man auch alte Experten mit Rückenschmerzen.

Mit ein wenig Abstand und ein paar Physikkenntnissen wundert das keinen. Schließlich muss eine große Kraft über eine relativ kleine Fläche erzeugt werden. Ergebnisse sind Fehlhaltungen, Verspannungen und logischerweise auch irreparable Schäden an der Wirbelsäule. Daher stellt sich für mich die Frage Seoi Nage sein oder nicht sein?

Dafür spricht, dass er ungemein erfolgreich und beliebt ist. Gefühlt wird bei jeder 2.ten DAN Prüfung Seoi Nage als Spezialtechnik demonstriert. Aber woher stammt diese Beliebtheit, sicherlich nicht aus der überlegenden Effizienz oder der Schmerzfreiheit. Wohl eher, dass viele Trainer diese Technik als eine starke Technik selbst gelernt haben und nun als Trainer an ihre Schüler weitergeben. Außerdem kann bereits die Basistechnik recht schnell erfolgreich sein.

Bitte diesen Eintrag nicht falsch verstehen, dass ist kein Aufschrei um neue Regeln zu fordern, sondern ein Appell an meine Trainerkollegen. Hört einfach auf eure Schüler auf Seoi Nage zu trimmen. Es gibt doch genug Alternativen, wie beispielsweise Seoi Toshi, die mindestens genauso vielfältig und erfolgreich sind. Falls wir es schaffen einmal diese Kette zu durchbrechen, könnte in ein paar Judogenerationen der Seoi Nage nicht mehr auf Platz 1 der Lieblingswürfe stehen und endlich weniger Menschen mit Rückenschmerzen herumlaufen. Gesundheit geht immer vor! Oder?