Praktische Tipps bei der Anwendung der Griffkreissystematik
Bei der Einführung der Griffkreissystematik in meiner Trainingsgruppe, war es wieder einmal erstaunlich, wie wenige Judokas systematisch darüber nachdenken, was und warum sie etwas tun. Man könnte meinen, dass sie es nie gelernt haben im Judo darüber nachzudenken. Vielleicht sollte man das Ganze Thema Handlungskomplex nicht erst in eine DAN Prüfung aufnehmen, sondern das eigenständige Denken und Erarbeiten schon früher fördern. Hierzu an anderer Stelle mal mehr. Jetzt aber erst einmal meine Empfehlung zur Einführung der Griffkreissystematik.
- Einen kleinen Griffkreis von circa 4 Techniken als Trainer vorbereiten und dokumentieren
- Ziel und Systematik Griffkreises erklären
- Aktive und passive Grifferöffnung für den Griffkreis üben lassen
- Die vorbereiteten Techniken nacheinander üben lassen
- Persönlich dominanten Griff vom jeweiligen Schüler finden und erklären lassen (zumeist selbiger, der für die Spezialtechnik verwendet wird)
- Aktive oder passive Eröffnungsstrategie vom Athleten erarbeiten lassen
- Verschieden typische Reaktionen von Uke vorgeben, zu denen die Schüler aus ihrem Griff heraus werfen sollen vorgeben (bspw. abgebeugtes Verhalten, Zug, Armsperre / Druck)
- Falls möglich als Trainer oder vom Trainer die Würfe und den Griff mit Hilfe des Template kurz dokumentieren
- Zettel an die Schüler verteilen und nach dem Training selbstständig ergänzen lassen (Verhalten Uke, Tori, Grifferöffnung)
Wichtig ist, nicht zu viel auf einmal zu erwarten. Es ist ein Lernprozess und jeder Schüler muss es für sich selbst erarbeiten. Daher lasst euch soviel wie möglich erklären und erklärt nur das notwendige. Es ist allgemeinen ein langfristiges Instrument, dass man dann auch dazu verwenden kann Aufgaben zu geben und den Fortschritt bzw. die Stärken zu dokumentieren.
Viel Erfolg!