Markteffizienzhypothese
Im Gegensatz zu Indexfonds versucht bei einem aktiv gemanagten Fonds der Fondsmanager durch eine besondere Titelselektion, die Performance eines Indexes zu übertreffen. Eine wachsende Zahl wissenschaftlicher Studien belegt jedoch, dass ein Großteil der aktiv gemanagten Fonds (bis zu 98 %[4]) ihren Vergleichsindex nicht schlagen können[5][4] und dass die kleine Gruppe aktiv gemanagter Fonds, die ihren Vergleichsindex in einer Zeitperiode schlagen, sich in ihrer Zusammensetzung ständig ändert und für die nächste Zeitperiode nicht vorhersagbar ist.[6] Einfach ausgedrückt besagt dies, es gibt keine „exzellent gemanagten“ Fonds, welche ihren Vergleichsindex über einen längeren Zeitraum (mehr als 5 Jahre) dauerhaft schlagen können. Diese Resultate stellen die Grundidee aktiv gemanagter Fonds infrage. Verbraucherschützer und Finanzexperten empfehlen aus diesen Gründen für die meisten Anleger Indexfonds auf marktbreite Indizes als Basis der privaten Geldanlage, vor allem für den langfristigen Vermögensaufbau.[7][8][9]
Dadurch, dass bei diesen passiv gemanagten Fonds kein aktives Management notwendig ist, sind die Managementgebühren (Gesamtkostenquote, englisch total expense ratio, abgekürzt TER) der Indexfonds im Allgemeinen mit typischerweise etwa 0,1–0,6 % deutlich niedriger als die von aktiv gemanagten Fonds mit rund 2–3 %. Durch diese für den Investor günstigere Kostenstruktur haben Banken oft kein großes Interesse an dem aktiven Vertrieb dieser Produkte. Bei professionellen Investoren und Vermögensverwaltern spielen Indexfonds allerdings eine große Rolle bei der Portfoliozusammenstellung.
Ab dem Jahr 1900 aufgestellt und seither weiterentwickelt, besagt die Markteffizienzhypothese vereinfacht, dass Anlagepreise alle verfügbaren Informationen eines Marktes reflektieren. Die Annahme aktiver Investoren, den Markt dauerhaft zu schlagen (“outperformen”) zu können, wäre demnach hinfällig und Outperformances lediglich temporär und zufallsbedingt (oder durch die Hinzunahme nicht-öffentlicher Information ermöglicht).