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Griffkreis - Systematik zur Darstellung eines Handlungskomplexs bzw -kette

Seit längerem beschäftige ich mich mit dem Thema des persönliche Griffs und der Thematik Handlungskomplex. Daher habe ich es nun endlich zusammen gebracht, was aus meiner Sicht der Dinge zusammengehört. Ausgangspunkt meines Gedankens ist, dass jede Handlungskette einen solchen Verlauf aufweist:

 

1. Griffkampf (kumi-Kata) von Tori um dominante Situation zu erzielen

 

2. Reaktion von Uke (Stellungen, Verteidigungshaltungen, Wurfansätze, Bewegung)

 

3. Aktion von Tori (Zug, Druck, Umgreifen, fintieren, Eingangsform)

4. mit anschliessender Judotechnik (Wurf, Kombination, Konter, Übergang zum Boden, Würgen, Hebeln) von Tori

 

Folglich ist es sinnvoll zur Darstellung eines Handlungskomplex beim Griff bzw. einer dominanten Griffposition zu beginnen, anstatt, wie beim Handlungskomplex nach Leo Heldt oder beim IKKZ nach Ulrich Klocke, bei einer Spezialtechnik. Die weitere Darstellung der Systematisierung kann auf zwei Arten erfolgen. Erstens ein temporärer Ansatz, wie Leo Heldts ihn vorschlägt, oder situationsbezogen, wie es bei Ulrich Klocke der Fall ist.Ich habe den situativen Ansatz zur Darstellung gewählt, da er aus meiner Sicht den Vorteil bietet intuitiver verständlich zu sein, als eine temporäre Anordnung.

 

 

 

 

Dieser von mir entwickelten Systematisierung habe ich den Namen Griffkreis genannt, denn es dreht sich wahrlich alles um den Griff. Nachdem Tori seinen persönlichen Griff bzw. seine dominante Griffposition erzielt hat (1), wird Uke freiwillig oder gezwungenermaßen reagieren um aus dieser für ihn misslichen Lage zu entkommen (2). Daraufhin wird Tori wiederum agieren (3) um eine Judotechnik (4) anzuwenden. Zusätzlich besteht die Möglichkeit auch Übergange von Stand in den Boden (5) oder den Wechsel zu einem anderen Griffkreis (6) zu vermerken. Mit Hilfe der Kreiseinteilung wird ein bekanntes Konzept im Judo („Wurfkreis“) verwendet, wobei explizit die Erarbeitung meines Griffs und die Reaktionen mit einbezogen werden. Die Richtungen gehen dabei von Ukes Sichtweise aus.

Wichtig war mir bei der Gestaltung, die intuitive Verständlichkeit des Systems und die Möglichkeit auch mit Stift und Papier das Ganze auf der Matte notieren zu können. Darüber hinaus habe ich noch eine Skala (7) eingeführt um notieren zu können, wie gut die Technik bereits im Training, Randori oder Wettkampf einsetzt werden kann.

Füllt man den Wurfkreis aus, stellt man schnell fest, dass man zu manchen Reaktionen von Uke keine passende Aktion und Judotechnik parat hat und hier trainingsbedarf besteht. Sinnvoll ist es auch bei Wettkämpfern einfach mal typische Reaktionen von Uke einzutragen, wenn man seine Kämpfe rekapituliert.

 

Aber wie bildet man eine Kombination ab? Berechtigte Kritik. Dieses Modell bildet die Verkettung von Würfen bisher nur unzureichend ab, allerdings bleibt bei einer Kombination der Griff allgemein unverändert und durch ein verändertes Reaktions und Aktionsverhalten von Tori ist das Ganze abbildbar. Evtl. könnte man auch darüber nachdenken, diese Techniken noch miteinander zu verknüpfen, aber dann wird es sehr schnell unübersichtlich auf dem Papier. Ansonsten bleibt mir nur zu verweisen, dass man Kombinationen und längere Kombinationsketten doch im praktischen Judoalltag selten erkennt. Häufig reagiert meist Uke so früh (Antizipation), dass gar nicht die erste Technik wirklich geworfen wird, sondern gleich zu einer Alternativen Technik gewechselt wird.

Eigene Beurteilung: Ausführliche Dokumentation des Kämpferprofils basierend auf dem dominanten / präferierten Griffs. Nachteile sind schlechte Abbildung von Kombinationen und der begrenzte Platz.

Ich werde in Kürze euch ein praktische Beispiel präsentieren und aus meinen Erfahrungen aus dem Training berichten. Solange bin ich gespannt auf Feedback. Hier findet ihr ein Template zum download und ausdrucken.